Die klassische Homöopathie ist eine sanfte, individuelle, ganzheitliche
und in sich geschlossene Therapieform. Sie betrachtet den Menschen als
eine untrennbare Einheit aus Körper, Geist und Seele und ist für Menschen
jeden Alters mit akuten und /oder chronischen Beschwerden geeignet.
"Similia similibus curentur" (Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt
werden)
Nach dem wichtigsten Grundprinzip der Klassischen Homöopathie -dem Ähnlichkeitsprinzip-,
wird eine Krankheit durch ein Mittel geheilt, das bei einem gesunden
Menschen ähnliche Symptome hervorruft, wie sie der Erkrankte aufweist.
In der klassischen Homöopathie kommen grundsätzlich nur potenzierte
Einzelmittel zum Einsatz. Mischungen aus verschiedenen homöopathischen
Arzneien (sog.Komplexmittel) werden nicht nach dem Ähnlichkeitsprinzip
und der individuellen Gesamtsymptomatik verordnet, berücksichtigen damit
also nicht den Menschen als ganzheitliches Wesen und sie werden in ihren
Zusammensetzungen auch nicht am gesunden Menschen geprüft!
Homöopathische Arzneimittel (AM) werden u.a.aus Pflanzen, Tieren
bzw. deren Giften und Sekreten, Mineralien, Metallen, Säuren und krankhaften
Geweben = Nosoden gewonnen. Diese Ausgangssubstanzen werden stufenweise
verdünnt und zwischen den Verdünnungsschritten auf spezielle Weise mit
Milchzucker verrieben, bzw. mit Alkohol verschüttelt =Potenziert
und dynamisiert. Erst durch diese schrittweise Form der Verreibung
bzw. Verschüttelung geht die eigentliche Energie des Arzneimittels auf
den Trägerstoff Milchzucker/ Wasser-Alkoholgemisch über. Das homöopathische
Arzneimittel arbeitet nicht gegen eine bestimmte Krankheit, sondern
für den erkrankten Menschen.
Ein weiteres wichtiges Kapitel in der Homöopathie ist die Kenntnis der
Symptome, die eine bestimmte Substanz/ Arznei auslösen kann. So werden
die sog.Arzneimittelprüfungen auch nur am gesunden Menschen
durchgeführt. Diese Prüfungen liefern wertvolle und wichtige Erkenntnisse
über die Wirkungen und Symptomenvielfalt der verschiedenen Substanzen
an Körper, Geist und Seele. Was eine Arznei bei einem gesunden Menschen
nicht auslösen kann, wird sie bei einem Erkrankten auch nicht heilen
können.
Bei der Suche nach der passenden homöopathischen (ähnlichsten) Arznei
werden geistige und seelische Befindlichkeiten, individuelle körperliche
Beschwerden, wie auch die persönliche (Kranken-)Geschichte und die der
Familie mit berücksichtigt, sowie die Lebensführung, eventuelle Auslöser
und ursächliche Faktoren der Beschwerden. Nicht die Diagnose Ihrer Erkrankung,
sondern Sie als individueller Mensch stehen im Mittelpunkt der Behandlung.
Zwei Menschen mit identischer Krankheitsdiagnose bekommen in der Regel
ganz unterschiedliche homöopathische Arzneimittel verordnet, weil die
o.g.subjektiven und charakteristischen Symptome und Befindlichkeiten
stets individuell sind.
Eine homöopathische Behandlung hat zum Ziel, die Selbstheilungskräfte
zu stärken und damit die Fähigkeit zur Eigenregulation, Immunreaktion
und Regeneration wieder herzustellen, die Ursache der Erkrankung zu
behandeln und damit eine ganzheitliche Genesung zu unterstützen.
Akute /chronische Krankheiten, Behandlung unter Berücksichtigung
der Miasmatischen Belastung
Die Schulmedizin spricht von chronischen Krankheiten, wenn bestimmte
Erkrankungen dauerhaft auftreten oder immer wiederkehren. Die Homöopathie
erkennt in diesen wiederkehrenden Beschwerden einen übergeordneten
chronischen Krankheitsprozess. Ursache hierfür ist eine geschwächte
Lebenskraft durch bestimmte Infektionen und deren Folgen, die entweder
selbst erworben wurden oder über mehrere Generationen an die Nachkommen
weitervererbt wurden. Im Unterschied zu akuten Erkrankungen zeigen chronische
Krankheiten keine Selbsheilungstendenzen.
Samuel Hahnemann hatte bereits vor dem Zeitalter der Mikrobiologie erkannt,
dass Krankheiten durch Ansteckung von Mensch zu Mensch weitergegeben
werden können und er entdeckte schliesslich, dass ganz bestimmte chronische
Krankheiten die Ursache spezieller wiederkehrender Störungen waren.
Er nannte diese ursächlichen Erkrankungen (chronisches) "Miasma"
(griechisch: "übler Dunst", "Verunreinigung").
Das Miasma ist in etwa vergleichbar mit einer Veranlagung, bestimmte
Krankheiten zu bekommen, bzw. empfänglich für bestimmte Beschwerden
zu sein. Durch wiederholte symptomunterdrückende Behandlungen kann dieses
Miasma aktiviert, vertieft und dauerhaft werden und bildet damit den
Nährboden für zahlreiche (Folge-)Beschwerden. Dies zeigt sich u.a. durch
allergische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten, Neurodermitis, Schuppenflechte,
Migräne, chronische Bronchitis, Asthma, chronische Blasenen-und Nierenbeckenentzündungen,
rheumatische Erkrankungen u.v.m...um nur ein paar Beispiele zu nennen.Mehrere
Miasmen können sich „miteinander vereinen“ und auch nebeneinander in
einem Organismus existieren.